Vierzig Jahre deutsch-israelische diplomatische Beziehungen 2005
Am 12. Mai 2005 jährt sich zum vierzigsten Mal die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel. Gemeinsam mit der israelischen Seite sind zahlreiche Veranstaltungen und Initiativen zu Kultur, Sport, Wissenschaft und Wirtschaft geplant. Auftakt ist der Besuch des Bundespräsidenten in Israel vom 1.bis 4. Februar 2005; als feierlicher Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist Ende Mai eine Sondersitzung des Deutschen Bundestags unter Teilnahme des israelischen Staatspräsidenten Katsav vorgesehen.
Vierzig Jahre diplomatische Beziehungen zwischen dem Staat Israel und der Bundesrepublik Deutschland – ein Grund zum Feiern? Sicher nicht im Sinne dieses Wortes. Aber dieses Jubiläum ist ein würdiger Anlass, auf die Vielfältigkeit und zugleich Einzigartigkeit des Verhältnisses zwischen unseren beiden Staaten und der oft tiefen Verbundenheit ihrer Bürger zu blicken.
"Aus der Geschichte lernen - die Zukunft gestalten": Dieses Motto hat auch heute noch Gültigkeit. Die Erfolgsgeschichte der deutsch-israelischen Beziehungen verdanken wir in besonderem Maße der Bereitschaft Israels, uns über die Gräber des Holocaust hinweg die Hand zu reichen. "Wer nicht an Wunder glaubt, der ist kein Realist" – dieses Wort von David Ben Gurion ist Wirklichkeit geworden. Dabei spannt sich der Bogen der Zusammenarbeit nicht erst seit 1965; schon vorher haben sich - wenn auch zunächst zaghaft - zum Beispiel Jugendaustausch und wissenschaftliche Kooperation entwickelt.
Deutschland ist sich seiner besonderen Verantwortung nur sechzig Jahre nach der Befreiung von Auschwitz unverändert bewusst und wird sich dieser Verantwortung auch in Zukunft stellen.
"Zukunft gestalten" meint auch, diese Verantwortung erlebbar zu machen – durch ein enges Netz wissenschaftlicher, wirtschaftlicher, kultureller und gesellschaftlicher Zusammenarbeit Brücken zu bauen.