Vierzig Jahre Elyséevertrag 2003
Deutsche und Franzosen hatten Grund zu feiern. Zum vierzigsten Mal jährte sich am 22. Januar 2003 die Unterzeichnung des Elyséevertrages. Dieser Freundschaftsvertrag, 1963 von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer geschlossen, besiegelte die Aussöhnung zwischen beiden Ländern. Nach Jahrhunderten der Rivalität stellten Deutschland und Frankreich ihr Verhältnis auf eine neue Grundlage. Der Elyséevertrag steht am Anfang einer besonderen politischen Partnerschaft und engster wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Verflechtungen.
Mit ihm wurde ein institutioneller Rahmen für die enge Abstimmung zwischen den Regierungen geschaffen: Staats- und Regierungschefs sollten sich mindestens zweimal jährlich treffen, die Außenminister alle drei Monate zusammenkommen. Mittlerweile hat sich die Frequenz der Treffen deutlich erhöht. In allen wichtigen politischen Fragen stimmen Deutschland und Frankreich ihre Positionen miteinander ab. Insbesondere in der Europapolitik waren die Länder deshalb oft Impulsgeber für weitere Integrationsschritte. Auf deutsch-französischen Initiativen beruht zum Beispiel die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik oder die Einführung der gemeinsamen europäischen Währung.
Von Anbeginn legten Deutschland und Frankreich darauf Wert, es nicht bei einer Zusammenarbeit auf politischer Ebene zu belassen. Zivilgesellschaftlicher Austausch bildete den zweiten Pfeiler der deutsch-französischen Partnerschaft. Im Jugendaustausch erkannten De Gaulle und Adenauer das Fundament gegenseitiger Vertrautheit und einer langfristigen Freundschaft. Der zivilgesellschaftliche Schwerpunkt bleibt auch weiterhin bestehen und wird durch Initiativen in den Bereichen Jugend, Kultur, Bildung, Medien und Sprache vertieft. Aus ihnen kann langfristig eine grenzüberschreitende Öffentlichkeit erwachsen, deren Entstehen auch für Europa von Bedeutung ist.
Deutschland und Frankreich werden den Jahrestag zum Anlass nehmen, das Erfolgsmodell Elyséevertrag fortzusetzen, sich aber den neuen europa- und weltpolitischen Herausforderungen zu stellen und an dem Arbeitsprogramm für die Zukunft mitzuarbeiten. Zu diesem Zweck werden sie auch die Instrumente ihrer Zusammenarbeit verbessern.