Verehrte Freunde und Gönner


Die finnisch-ugrischen Völker umfassen alle Menschenstämme, die in der Geschichte und Gegenwart die finnisch-ugrische Sprache verwendeten beziehungsweise verwenden. Heute gehören zur finnisch-ugrischen Völkerschaft über zwei Dutzend Sprachen, die von rund fünfundzwanzig Millionen Menschen gesprochen werden.

Doch nur drei Mitglieder dieser Sprachengruppe haben ihren eigenen Staat: die Esten in der Republik Estland, die Finnen in der Republik Finnland und die Ungarn in der Republik Ungarn. In Westeuropa halbwegs bekannt sind die Samen in Skandinavien (unter ihrer alten Bezeichnung als Lappen) und die Liven in Lettland. Die anderen Finnugrier leben in russländischen Landen: die Karelier, Komi, Mari, Mordwinen und Udmurten in ihren Republiken; die sibirischen Chanten und Mansen im selbstständigen Verwaltungskreis. Mit Ausnahme der Wepsen in Karelien haben die noch kleineren Volksgruppen kein einheitliches Hoheitsgebiet.

In alle diesen Verwaltungseinheiten, die sich Subjekte der Russländischen Föderation nennen, sind die Volksstämme, nach denen das jeweilige staatliche Gebilde benannt ist, gegenüber den zugewanderten Russen längst in der Minderheit – ihre Bräuche und Sprachen sterben zunehmend aus. So hat sich die Zahl der Sprecher des Finnugrischen in der Russischen Föderation zwischen 1989 und 2004 von 3,3 auf 2,6 Millionen Menschen verringert, und diese Entwicklung hält an.

Die gegenwärtige Lage der etwa sechshunderttausend Udmurten ist bezeichnend für das Schicksal der nichtrussischen Einwohner in Russland: Infolge der Zuwanderung stellen die einheimischen Udmurten in Udmurtien nur noch dreißig vom Hundert der Bevölkerung in ihrer namentlichen Republik; unter den hundert Vertretern der udmurtischen Abgeordnetenkammer sind nur sechs Udmurten. Dieses Beispiel verdeutlicht die heutigen Umstände im finnisch-ugrischen Volkstum insgesamt.

Aus diesem Grunde hat der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Staatenkunde e.V. das "Jahrfünft der finnisch-ugrischen Völker / 2007 bis 2012" ausgerufen. Darin werden sich sämtliche Zusammenkünfte der Vereinschaft (Mitgliederversammlungen, Tagungen des Rates für Weltkunde, Vorstandssitzungen) dem Brauchtum und der Sprache sowie der Geschichte und der Gegenwart aller finnisch-ugrischen Völker widmen.


Christoph Kölzsch
Vorstandsvorsitzender
Schirmherr über das Jahrfünft

Patrick Mitsching
Generalsekretär


Hier können Sie die Eröffnungsgedanken des Vorstandsvorsitzenden Christoph Kölzsch herunterladen.

Hier können Sie das Grußwort des Botschafters der Republik Ungarn Dr. Sándor Peisch herunterladen.

Hier können Sie den Bogen zum Jahrfünft der finnisch-ugrischen Völker herunterladen.